Filmausrüstung

Unverzichtbares Grip-Zubehör im Film: Clamps, Magic Arms, Stative und Kleinteilsortiment

29. Mai 2025

Am Set zieht die große Maschinerie die Blicke auf sich — die Dollys, die Kräne, die Schienen. Doch es ist das kleine Equipment, das darüber entscheidet, ob der Dreh läuft oder alles stillsteht. Clamps, Magic Arms, Stative, Adapterplatten — mit anderen Worten das Kleinteilsortiment — bestimmen jede Befestigung, jeden Ankerpunkt, jede Monitor- oder Scheinwerferhalterung. Hier ist die vollständige Aufstellung dessen, was das Grip-Department systematisch mitbringt, mit marktüblichen Referenzpreisen.

Was ist das „Kleinteilsortiment” in der Filmtechnik?

Das Kleinteilsortiment umfasst die gesamte Sammlung kleiner Befestigungs- und Schnittstellenteile, die der Obermaschinist zu jedem Dreh mitbringt — unabhängig von der restlichen Materialliste. Dieser Branchenbegriff (im Französischen „bijoute”) beschreibt all das Zubehör, ohne das die Hauptausrüstung nicht montiert, positioniert oder kombiniert werden kann.

Ein Kran ohne Baby Plate ist ein unbrauchbarer Kran. Ein Dolly ohne passenden Head Block für den Hydraulikkopf des Kameramanns ist ein Dolly, der nicht einsatzfähig ist. Ein Monitor ohne Gelenkhalterung ist ein Monitor, der auf dem Boden steht. Das Kleinteilsortiment ist der unsichtbare Klebstoff, der das Set am Laufen hält.

„Dieses kleine Equipment nehme ich grundsätzlich in eigenen Kisten mit. Es taucht nicht immer in den Angebotsanfragen auf, weil Produktionsleiter nicht daran denken, es aufzulisten — aber es ist das, was den Drehbetrieb am Laufen hält.”

Welche Arten von Grip-Clamps gibt es?

Clamps sind die meistgenutzten Teile im Kleinteilsortiment. Jedes Modell ist für eine bestimmte Situation gedacht. Sie am Set zu verwechseln kostet Zeit.

Der 16mm-C-Clamp — der universelle Standard

Der C-Clamp mit 16mm-Zapfen — bekannt als Baby Pin — ist die Grundklemme des Grip-Departments. Sein Stahlbacken greift an jeder rohrförmigen Struktur — Gerüstrohre, Perkenstangen, Wagen, Dekorbauten. Der Baby-Pin-Ausgang nimmt direkt einen Magic Arm, einen kleinen Scheinwerfer, einen leichten Monitor oder einen Reflektor auf.

Stückpreis: 30 bis 50 Euro. Ein Standardpark umfasst zwischen 20 und 40 Stück. Das klingt nach viel — bis zum ersten Dreh im aufgebauten Dekor, wo man überall klemmen muss.

Der Gaffer Grip und der Vice Clamp

Der Gaffer Grip — manchmal Vice Clamp genannt — ist eine robustere Klemme mit Exzenterspannung. Dort, wo der Standard-C-Clamp leichte bis mittlere Lasten trägt, übernimmt er schwerere Zubehörteile: kleine Kranköpfe, sekundäre Kameraarme, große Monitore. Seine Bauweise ermöglicht das Greifen unregelmäßigerer Oberflächen oder breiterer Profile als der klassische C-Clamp. Stückpreis: 40 bis 70 Euro.

Der Cardellini — die vielseitige Klemme

Der Cardellini-Clamp ist das vielseitigste Werkzeug der Reihe. Sein Design erlaubt die Befestigung sowohl an einem Rundrohr als auch an einem Brett, einem Winkelstahl oder einer Türkante. Der schwenkbare Backenmechanismus passt sich verschiedenen Geometrien an, ohne an Festigkeit zu verlieren.

Bei Dreharbeiten an Originalmotiven — Gründerzeithäuser, alte Gebäude, Industriesets — wird der Cardellini schnell unverzichtbar, weil die Befestigungsflächen selten Standardrohre sind. Ich habe etwa zwanzig gleichzeitig bei einem Agat-Films-Dreh in einer Wohnung im 11. Arrondissement eingesetzt: Stuckleisten, Holzvertäfelungen, gusseiserne Heizkörper — nichts war Standard, und der Cardellini löste jedes Problem. Stückpreis: 50 bis 90 Euro. Ein vernünftiger Bestand umfasst zehn bis fünfzehn Stück.

Wie funktioniert der Magic Arm, und warum sollte man mehrere haben?

Der Magic Arm ist ein Gelenkarm mit doppeltem arretierbarem Kugelgelenk, der dazu dient, ein Zubehörteil in jeder Ausrichtung zu positionieren und zu halten. Ein einziger Arretierungshebel sperrt gleichzeitig beide Gelenke und die zentrale Rotation.

Der Manfrotto 244 und 244N — der Marktstandard

Der Manfrotto 244 ist der am weitesten verbreitete Magic Arm in professionellen Grip-Beständen. Seine Robustheit, die Zuverlässigkeit seines Verriegelungssystems und die Präzision seiner Positionierung haben ihn zum De-facto-Standard gemacht. Er trägt Lasten bis zu 3 kg in ausgefahrener Konfiguration, mehr in kurzer Konfiguration.

Er wird an einem 16mm-Baby-Pin an jedem Ende befestigt, was ihn mit dem gesamten Standard-Grip-Zubehör kompatibel macht. Stückpreis: 80 bis 120 Euro.

Der Noga Arm — für leichte Lasten und Präzision

Der Noga Arm ist eine leichtere Alternative, geschätzt für die präzise Positionierung kleiner Monitore, kompakter Teleprompter oder Mikrofonzubehör. Sein progressiver Friktionsmechanismus ermöglicht eine feinere Einstellung als das Alles-oder-Nichts-System des Manfrotto. Er ersetzt den 244 nicht für schwere Lasten, ergänzt ihn aber gut für leichte Anwendungen. Stückpreis: 80 bis 150 Euro.

„Am Set bringe ich immer mindestens vier bis sechs Magic Arms mit. Bei komplexen Sets mit mehreren Monitorplätzen und verschiedenem Kamerazubehör kann man zehn gleichzeitig nutzen, ohne dass es übertrieben wirkt. Bei einer Netflix-Serie, die ich betreut habe, waren vierzehn am selben Tag im Einsatz.”

Welche Stative und Stützen verwendet das Grip-Department?

Grip-Stative unterscheiden sich von Lichtstativien, auch wenn ihr Aussehen ähnlich sein kann. Sie sind für unterschiedliche Lasten dimensioniert und mit spezifischen Schnittstellenplatten ausgestattet — auf die Details kommt es an.

Das Baby-Pin-Stativ — das Universalstativ

Das Baby-Stativ, oder Lampenstativ mit 16mm-Baby-Pin-Aufnahme, ist das Grundstativ im Kleinteilsortiment. Es nimmt direkt Magic Arms, kleine Scheinwerfer, leichte Monitore oder Baby-Pin-Zubehör auf. Variable Höhe von 70 cm bis 2,5 Meter je nach Modell — das deckt die große Mehrheit der üblichen Anforderungen ab.

Stückpreis: 30 bis 60 Euro. Bestände umfassen oft zehn oder mehr Einheiten.

Das Combo-Stativ — Vielseitigkeit und Belastbarkeit

Das Combo-Stativ vereint eine Baby-Pin-Aufnahme an der Spitze der Säule und einen zweiten Zwischenbefestigungspunkt. Diese Konfiguration erlaubt die gleichzeitige Montage von zwei Zubehörteilen am selben Stativ — praktisch an Sets, wo der Platz knapp ist und ein zweites Stativ Probleme bereiten würde. Seine Bauweise ist robuster als das Standard-Baby-Stativ, was ihm höhere Traglasten ermöglicht. Stückpreis: 80 bis 150 Euro.

Der Low Boy — Aufnahmen in Bodennähe

Der Low Boy ist ein kurzes Stativ für niedrige Positionen. Er ermöglicht die Platzierung eines Monitors, eines Scheinwerfers oder eines Zubehörteils dort, wo ein Standardstativ nicht tief genug kommt. Sehr tiefe Aufnahmen — Kinderperspektive, bodennahe Kadrierung im Außenbereich — erfordern dieses Equipment regelmäßig. Stückpreis: 40 bis 80 Euro.

Wozu dienen Adapterplatten in der Grip-Technik?

Adapterplatten verbinden zwei Geräte aus unterschiedlichen Systemen. Sie lösen Kompatibilitätsprobleme zwischen Herstellern — ein Thema, das bei jedem Dreh aufkommt, wenn Equipment verschiedener Marken kombiniert wird.

Die Cheese Plate — die Universalplatte

Die Cheese Plate ist eine rechteckige Platte mit 1/4”- und 3/8”-Gewindebohrungen auf allen Seiten, konzipiert für jedes Film- oder Lichtzubehör. Sie wird auf einem Baby Pin, einem Magic Arm oder direkt auf einem Stativ montiert. On-Camera-Monitore, kleine LED-Scheinwerfer, Mikrofonköpfe — alles mit Standardgewinde passt darauf.

Sie ist das Schweizer Taschenmesser des Kleinteilsortiments. Stückpreis: 20 bis 60 Euro je nach Größe und Bauweise.

Die Baby Plate — die feste Boden- oder Dekorbefestigung

Die Baby Plate ist eine Montageplatte mit einem 16mm-Baby-Pin-Zapfen, die auf eine flache Oberfläche geschraubt oder am Boden befestigt wird. Sie verwandelt jede Oberfläche in einen Standard-Baby-Pin-Befestigungspunkt. Nützlich dort, wo kein Stativ stehen kann — auf Möbeln, auf einem Autodach, in einer Dekorecke. Stückpreis: 15 bis 40 Euro.

Die Wall Plate — die Wandbefestigung

Die Wall Plate wird in eine Wand oder Trennwand geschraubt und bietet einen soliden Befestigungspunkt, wo kein Stativ stehen könnte. Ihr Einsatz kehrt häufig bei Innendekors für hohe Positionen wieder — Akzentlicht in Raumecken, Scripte-Monitore in der Höhe, Kontinuitätszubehör. Stückpreis: 20 bis 50 Euro.

Sicherheitsketten und Sicherungsgurte — warum sind sie Pflicht?

Sicherheitsketten und Sicherungsgurte sind kein optionales Zubehör. An einem professionellen Set muss jede aufgehängte oder in der Höhe montierte Ausrüstung durch einen zweiten unabhängigen Ankerpunkt gesichert sein — absolute Sicherheitsregel und gesetzliche Pflicht, sobald sich Personen unter dem Equipment bewegen.

Eine Grip-Sicherheitskette ist eine Stahlkette mit Karabinern an beiden Enden. Sie bildet die sekundäre Sicherheitsverbindung zwischen einem Scheinwerfer, einem Zubehörteil oder einer Halterung in der Höhe und der tragenden Struktur. Wenn die primäre Befestigung versagt, hält die Kette das Equipment vor dem Sturz.

Sicherungsgurte erfüllen denselben Zweck für leichteres Equipment. Schneller anzubringen und flexibler als Ketten, eignen sie sich für Zubehör, dessen Herabfallen lästig, aber nicht gefährlich wäre.

„Bei meinen Dreharbeiten sind Sicherheitsketten nicht verhandelbar. Ein Clamp, der sich im Laufe des Tages löst, kommt vor — auch bei bestem Equipment. Eine richtig platzierte Kette verhindert die Katastrophe und schützt vor Haftungsansprüchen. Bei einem HBO-Dreh, den ich in Paris betreut habe, hat der Sicherheitskoordinator jede Höhenbefestigung vor der ersten Einstellung geprüft. Das ist die richtige Methode.”

Preise für Sicherheitsketten: 10 bis 25 Euro pro Stück. Ein Satz von 20 bis 30 Ketten verschiedener Längen ist Standard bei einem professionellen Dreh.

Welches Budget sollte man für das Kleinteilsortiment eines Drehs einplanen?

Das Kleinteilsortiment erscheint nicht immer als eigener Posten im Maschinenbudget — was zu Überraschungen führt. Ein Mindestbestand für einen Kurz- oder Mittellangfilm bedeutet 3.000 bis 6.000 Euro an Neugeräten. Bei der Anmietung zusammen mit dem Obermaschinisten ist dieses Equipment in der Regel im Maschinenpaket enthalten oder wird separat zu einem moderaten Tagessatz berechnet.

Für einen Spielfilm oder eine Serie mit mehreren gleichzeitigen Einheiten repräsentiert ein vollständiger Bestand — Clamps in doppelter und dreifacher Ausführung, Magic Arms in Serie, Stative aller Größen, Adapterplatten — 8.000 bis 15.000 Euro an Equipment.

Mit einem Obermaschinisten zusammenzuarbeiten, der seinen eigenen Bestand besitzt, ist genau der Vorteil: Das Kleinteilsortiment ist da, gewartet, vollständig, und der Eigentümer weiß genau, was er hat und wie sich jedes Teil verhält. Mehr über die Zusammensetzung eines Grip-Departments erfahren Sie in unserem Artikel über das Grip-Department: Rollen und Organisation im Film.

Für ein Projekt, das Kamerabewegungsequipment erfordert — Dolly, Schienenwagen, Travelling-Systeme — lesen Sie unseren Artikel über die Wahl des richtigen Dollys und Kamerawagens.

Unser Mietangebot und die Besprechung der für Ihren Dreh nötigen Zubehörteile finden Sie auf der Serviceseite, oder kontaktieren Sie uns direkt für eine individuelle Einschätzung über die Kontaktseite.


FAQ

Was ist das Kleinteilsortiment in der Filmtechnik?

Das Kleinteilsortiment bezeichnet die gesamte Sammlung kleiner Befestigungs- und Schnittstellenteile des Grip-Departments: Clamps, Magic Arms, Platten, kurze Stative, Sicherheitsketten. Dieser Branchenbegriff umfasst all das Zubehör, mit dem Equipment montiert, positioniert und kombiniert wird. Ohne das Kleinteilsortiment kann die Hauptausrüstung nicht aufgebaut werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem C-Clamp und einem Cardellini?

Der Standard-C-Clamp greift an zylindrischen Rohren festen Durchmessers und trägt leichte bis mittlere Lasten. Der Cardellini hat eine schwenkbare Backe, die sich an verschiedene Geometrien anpasst — Rohre, Bretter, Winkelstahl, unregelmäßige Kanten. Bei Dreharbeiten an Originalmotiven mit nicht-standardisierten Befestigungsflächen ist der Cardellini deutlich vielseitiger. Sein Preis liegt etwas höher (50–90 € gegenüber 30–50 €).

Wie viele Magic Arms sollte man für einen Dreh einplanen?

Für einen Standarddreh mit einer einzelnen Einheit decken vier bis sechs Magic Arms die meisten Konfigurationen ab. Sobald der Dreh mehrere gleichzeitige Monitorplätze, verschiedenes Kamerazubehör und präzise positioniertes Akzentlicht umfasst, ist es nicht ungewöhnlich, zehn oder zwölf einzusetzen. Lieber zu viele als improvisierte, ungeeignete Befestigungen.

Sind Sicherheitsketten am professionellen Filmset Pflicht?

Ja. Jede in der Höhe montierte oder aufgehängte Ausrüstung — Scheinwerfer, Zubehör, Monitor — muss durch einen zweiten unabhängigen Ankerpunkt gesichert sein. Das ist eine professionelle Sicherheitsregel und eine gesetzliche Pflicht, sobald sich Personen unter dem Equipment bewegen. Bei professionellen Produktionen ist das Fehlen von Sicherheitsketten an Höhenequipment ein schwerwiegender Verstoß.

Ist das Kleinteilsortiment in einer Maschinenmiete enthalten?

Das hängt von der Mietvereinbarung ab. Bei der direkten Anmietung bei einem Obermaschinisten, der seinen Bestand besitzt, ist das Kleinteilsortiment in der Regel im Paket enthalten oder wird separat zu einem moderaten Tagessatz berechnet. Bei manchen Katalogverleihern wird das Zubehör einzeln aufgelistet und berechnet — was voraussetzt, dass man seinen Bedarf exakt kennt. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Obermaschinisten-Verleiher garantiert, dass nichts fehlt.

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